"Einfach mal machen"
Vor dem Hintergrund des Strukturwandels und 30.000 arbeitsloser Menschen in ihrer Stadt dachten acht Recklinghäuser laut und empört: "Man darf doch Menschen nicht vom Arbeitsleben ausschließen!" Dabei sollte es nicht bleiben und so gründeten sie in der Gaststätte "Drübbelken" in Recklinghausen Ende Februar 1997 die Arbeitsförderungsinitiative "RE/init e.V." mit dem Ziel, Langzeitarbeitslose und Menschen in besonderen Lebenslagen zu ihrem eigenen Wohl, aber auch zum Wohle der Gesellschaft in ihren Fähigkeiten zu stärken, sie fit für den Arbeitsmarkt zu machen und dort letztendlich zu integrieren. Aber nicht um jeden Preis -- Gleichberechtigung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie grundsätzlicher Respekt sind Werte, die RE/init e. V. nach innen und außen lebt. Gepaart mit Schwung und Tatendrang ist dabei manches Projekt angestoßen worden ...
Martina Leßnig widmet sich als Geschäftsführerin mit vollem Einsatz dem Aufbau der Arbeitsförderungsinitiative und der Entwicklung der Integrationsfirma.
Frau Susanne Grünebohm, spätere Technische Leiterin und Geschäftsführerin, beginnt nach langjähriger Familienphase ihren Wiedereinstieg in den Beruf mit einem Praktikum.
Mit Hilfe des Kreissozialamtes Recklinghausen startet das erste Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe" auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Recklinghausen II im Stadtteil Hochlarmark.
24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter ein großer Anteil von Menschen mit Behinderungen, werden im Bereich Garten- und Landschaftsbau qualifiziert und sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Anleiterin ist Susanne Grünebohm als Dipl. Ing. Landespflege. Ein Teil der Teilnehmenden im Projekt findet einen Arbeitsplatz in der 1999 ausgegründeten Integrationsfirma Naturteam gGmbH.
Tanja Preckel beginnt als erste einer Reihe von Azubis ihre Ausbildung als Bürokauffrau. Nach erfolgreichem Abschluss ist sie bis heute eine wichtige Mitarbeiterin in der Verwaltung.
Stadthafen Recklinghausen - Ein historischer Hafenkran wird restauriert
„Kran steht für Zukunft“, so formulierte es gestern zumindest Bürgermeister Wolfgang Pantförder, der am Morgen das Industrie-Denkmal wieder offiziell für die Stadt übernahm. In den letzten Monaten war das eiserne Hebegerät aus dem Jahre 1924 von der Beschäftigungs-Initiative „RE/init e.V.“ im Rahmen eines Qualifizierungsprogramms für Langzeitarbeitslose restauriert und in seinen ursprünglichen Zustand versetzt worden. Von den Gesamtkosten in Höhe von 261000 Mark übernahm das Land 90 Prozent, den Rest steuerte die Stadt bei.
Hafen: Bürgermeister will Entwicklung des Geländes konsequent vorantreiben
Die Langzeitarbeitslosen, die insgesamt 18 Monate in den verschiedensten handwerklichen Fähigkeiten trainiert wurden, erhielten in dieser Zeit ihr Geld vom Arbeitsamt. „Eine vorbildliche Kooperation“, lobte Wolfgang Pantförder gestern das Projekt, das am Anfang einer konsequenten Entwicklung der Kanalregion stehen soll.
„Aus meiner langjährigen Erfahrung beim Kommunalverband Ruhrgebiet weiß ich, was an anderen Städten der Region entlang der Kanäle alles geschaffen wurde. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in einem Zeitraum von einigen Jahren auch hier eine völlig neue Nutzung erhalten“, so der Bürgermeister, der nach eigenem Bekunden das Gelände erstmals aus erhöhter Perspektive in Augenschein nahm. „Ist doch ein tolles Stück Land, auch für die Freizeit“, so sein Kommentar, nachdem er die mehr als zehn Meter hohe Kranplattform erklommen hatte.

Gerd Specht erhält seinen Arbeitsvertrag und wird am 17.02.1999 zum Geschäftsführer bestellt. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Entwicklung innovativer Arbeitsförderungsmodelle.
Als erste Integrationsfirma im Kreis Recklinghausen wird die gemeinnützige GmbH NATURTEAM gegründet. Sie beschäftigt fortan in gleichem Verhältnis Menschen mit und ohne Behinderungen im Garten- und Landschaftsbau.
Das Bundesmodellprojekt REGINE, als begleitende Fördermaßnahme für behinderte Jugendliche in einer betrieblichen Ausbildung, läuft an.
In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Recklinghausen als Auftraggeber und Projektpartner bietet RE/init e. V. die berufliche Erstausbildung (lern-)behinderter Jugendlicher wohnort- und betriebsnah an und begleitet die Auszubildenden während ihrer 2- bis 3 ½-jährigen Ausbildungszeit.
REGINE und das Folgeprojekt „begleitende Fördermaßnahme“ seit 2005 ermöglichte bisher etwa 180 Jugendlichen die Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung, akquirierte den passenden Ausbildungsplatz und gewährleistet seit 1999 den individuellen Stützunterricht sowie sozialpädagogische Betreuung.
Von 1999 bis zum Jahrgang 2007 zeigt sich bei der Wahl des Ausbildungsberufs der Trend einer stetigen Erweiterung des Berufsspektrums. Im ersten Jahrgang hatten sich die Jugendlichen für sechs verschiedene Ausbildungsberufe entschieden. Im Jahrgang 2004 werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 13, im aktuellen Jahrgang 2007 bereits in 17 unterschiedlichen Ausbildungsberufen begleitet.
Die Erfolgsrate im Abschluss der Ausbildung lag beim Jahrgang 1999 bei 85 %, im Ausbildungsjahrgang 2003 lag die Quote bei 100 %.
Am 25.Oktober 2003 erschien in der Hertener Allgemeinen Zeitung folgender Artikel zum Projekt REGINE
Hilfe beim Start ins Berufsleben
Ausbildung: Kerstin (20) profitiert von Projekt „Regine“ für Lernbehinderte
Seit 1999 ist der Recklinghäuser Verein „RE/init“ Bildungsträger des Modellprojekts „Regionale Netzwerke zur beruflichen Rehabilitation (lern-)behinderter Jugendlicher“ (Regine). Etwa 100 Teilnehmer aus dem Kreis Recklinghausen konnten bislang von der Maßnahme profitieren, die 20-jährige Kerstin Schäfer aus Herten gehört dazu.
„Sie ist ein positives Beispiel für den langfristigen Erfolg von REGINE“, erklärt RE/init-Projektleiterin Anja Fiedelers. Das Arbeitsamt Recklinghausen vermittelt jährlich 20 Abgänger der Sonderschulen für Lernbehinderte in das Projekt. Beim Arbeitsamt und bei RE/init finden dann Beratungs- und Vorgespräche sowie Tests statt. „Gemeinsam mit Kerstin wurde die Ausbildung zur Malerin und Lackiererin gewählt“, erklärte Berufsberater Peter Gigla. Der Hertener Malerbetrieb Nickel führte die damals 17-Jährige in den Maler- und Lackierer-Beruf ein, und Kerstin selbst fand immer mehr Gefallen an dieser „Männerdomäne“. „Wir sind mit ihr sehr zufrieden“, erläutert Lehrmeister Wilhelm Nickel. „Jetzt, nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Lehrzeit, übernehmen wir Kerstin gerne als Gesellin.“ Das besondere an REGINE ist, dass die Schüler von Sonderschulen für Lernbehinderte einen ganz regulären Berufsweg beschreiten: Ausbildung in einem Betrieb mit normaler Vergütung und Regelberufsschule, alles nach dem Motto: So normal wie möglich, so speziell wie nötig. RE/init führt Stützunterricht sowie Text- und Prüfungsvorbereitungen durch, leistet sozialpädagogische Betreuung und bildet die Schnittstelle zwischen Betrieben, Berufsschulen, Eltern und Auszubildenden. Allen Beteiligten gemeinsam ist das Bestreben, eine Öffnung vieler Betriebe für REGINE zu erreichen, um damit den Jugendlichen einen erfolgreichen Start in das Berufsleben zu ermöglichen. Derzeit werden die Jugendlichen in 18 Berufen ausgebildet. Auftraggeber und Projektpartner sind das Arbeitsamt, das Bundesarbeitsministerium und die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation.
Dr. Carl-Otto Still wird einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt

Beginn des Modellprojektes
BEAT
"Betriebliche Erstausbildung in Teilzeit für junge Mütter und Väter".
Gabriele Bremicker, spätere Geschäftsführerin, nimmt als Diplom-Sozialarbeiterin ihre Arbeit auf.
Verleihung des Grundzertifikates zur Auditierung "Beruf und Familie". Familienbeauftragte ist Brigitte Sicken.
Senior Support, Jobs für Frauen mit Handicap und viele weitere Projekte starten in Gelsenkirchen.Astrid Kirschstein-Becker ist Qualifizierungsstättenleiterin.
Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.
Dietrich Bonhoeffer
Wir trauern um unsere geschätzte Kollegin und gute Freundin:

Susanne Grünebohm hat RE/init e.V. und die Integrationsfirma NATURTEAM gGmbH über viele Jahre als Geschäftsführerin mitgeprägt. Mit höchstem persönlichen Einsatz hat sie sich für alle, die ihre Hilfe brauchten, engagiert. Ihren Optimismus und ihr menschliches Mitgefühl werden wir schmerzlich vermissen.
In Dankbarkeit und Respekt nehmen wir Abschied von Susanne Grünebohm.
Ihr viel zu früher Tod erfüllt uns mit Betroffenheit und Trauer, unser tiefes Mitgefühl gilt ihrem Mann Berthold und ihren Kindern Anna, Kathrin und Martin Grünebohm.
Susanne wird uns fehlen.
RE/init e.V.
Recklinghäuser Arbeitsförderungsinitiative

RE/init e.V. ist zertifiziert (Quelle: Recklinghäuser Zeitung, Jörg Gutzeit)
In Bottrop öffnet eine RE/init-Beratungsstelle ihre Türen für junge Mütter und Väter, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind. Alexandra Kalettka ist Qualifizierungsstättenleiterin.
http://www.projekt-miavia.de

Der Vorsitzende, Dr. Still, eröffnet das Jubiläumsjahr:
Liebe Freunde von RE/init,
AGAPE, BeCe, IP Plus, JoFa, KiAA, MiA ViA, MOVA oder Quaffel -- was sich liest wie eine Geheimsprache ist nichts anderes als das Zeugnis von RE/init's Schaffenskraft, das Zeugnis seiner nunmehr zehnjährigen erfolgreichen Projektarbeit. Alles nur Gerede? Mitnichten -- die 130 hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen schnell zur Sache und behalten stets fest ihr Ziel im Auge.
Benachteiligung? Perspektivlosigkeit? Chancenlosigkeit? RE/init engagiert sich mit individuellen, bedarfsgerechten und differenzierten Hilfsangeboten für Menschen in besonderen Lebenslagen. Ausbildung und Arbeit für alle!, lautet das erklärte Ziel.
Bleibt mir nur noch zu sagen: Weiter so!
Dr. Carl-Otto Still
1. Vorsitzender von RE/init e.V.
Blick auf den neuen zentralen Standort Am Steintor 3

Grußwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen, zum 10-jährigen Jubiläum der Initiative RE / init e.V. in Recklinghausen (Kurzfassung)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RE / init,
herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum! Als sich 1997 acht Menschen in einer Recklinghäuser Gaststätte trafen, um einen Verein zur Integration von psychisch Behinderten in den Arbeitsmarkt zu gründen, haben diese engagierten Pioniere wahrscheinlich nicht geahnt, wohin und wie weit sie dieser Weg in zehn Jahren führen würde. RE / init ist gewachsen, Sie haben neue Erfahrungen gemacht und sich neuen Themen zugewandt. Stets haben Sie in diesen zehn Jahren Menschen geholfen, Arbeit zu finden – das war von Anfang an ihr Ziel, das bleibt und wird Sie weiter tragen.
Arbeit zu haben, heißt, den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten – ein selbstständiges Leben. Arbeit ist aber noch mehr: Arbeit zu haben, heißt gebraucht zu werden, mit den eigenen Fähigkeiten anerkannt zu sein. Diese Bestätigung gibt auch im sozialen Leben Selbstbewusstsein. Berufstätigkeit ist ganz eng mit der Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit verbunden; das Motto von RE / init „Menschen – Arbeit – Zukunft“ zeugt davon.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von RE / init, ob haupt- oder ehrenamtlich, für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg für die nächsten zehn Jahre.
Ursula von der Leyen
Weitere Aktionen im Jubiläumsjahr finden Sie unter unserer Rubrik ka.3, kultur und kantine am Steintor 3.
Spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Regenerative Energien – eine Chance für die Zukunft?“
Fester Bestandteil der Recklinghäuser Kulturkantine ist neben der darstellenden und bildenden Kunst die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung, der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Als Auftakt dieser Veranstaltungsreihe diskutieren unter Beteiligung des Publikums Landrat Jochen Welt, Alwin Fitting vom Vorstand RWE, Günter Fritsch, WIN Emscher-Lippe Gesellschaft, Unternehmer Karl-Heinz Hüsing und Willy Baitinger vom BUND. Zum Thema referieren Dr. Carl-Otto Still von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Astrid Neese, neue Chefin der Arbeitsagentur Recklinghausen und Dr. Baumann, Geschäftsführer der Energie-Agentur NRW. Durch die Veranstaltung führt Bernd Overwien, Zeitungshaus Bauer.
Einblicke in die Arbeit für Unternehmen und das interessierte Fachpublikum, Gespräche mit Projektmitarbeitenden; natürlich auch die Gelegenheit, Projektteilnehmenden über die Schulter zu schauen – das Ganze abgerundet mit einem Frühstück im ka.3 - bietet dieser Infotag. Gleicher Tatort um 12.00 Uhr – Bühne im ka.3 – Die Protoplasten mit einem Auszug aus ihrem Programm „Boxenluder – wie man Peter Hartz auf der Kriechspur überholt“.
Von der Live-Performance mit der Kettensäge
bis zum Dschungelfieber

– der Samstag bietet viel Abwechslung für Groß und Klein


– und dazu ein buntes Bühnenprogramm:
10.00 bis 12.00 Uhr
Eye Toy für die jungen und jung gebliebenen Gäste:


12.00 bis 13.00 Uhr
Rhythm & Dynamic, afrikanische Life-Musik und Akrobatik

13.00 bis 14.00 Uhr
Clownerie mit Willy Zett

14.00 bis 15.00 Uhr
Oriental Princess, Bauchtanz
15.00 bis 16.00 Uhr
Sing Star für Talente aus dem Vest
Und unsere Kleinen? Die vergnügen sich betreut von den Kulturmäusen beim Basteln, Spielen und Theatersport.......
Weitere Highlights des Jubiläumswochenendes:

Stellvertretend für alle RE/init e. V. - Mitarbeiter:

Und für alle Fotografen:
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